Brigo
Brigo

Normandie

Wir verlassen morgens Scheveningen, nach 4 Stunden endlich guter Segelwind. Angenehmes Segeln entlang der Küste. Abends vor Belgien stockdunkler Himmel, es wird eine ungemütliche Regennacht, wir kommen beide nicht zum Schlafen. So ähnlich wie in einer Waschtrommel fühle ich mich. Morgens 6 Uhr Calais, alles grau in grau!
Jetzt, nach dem Cap Gris, segelt Brigo wunderbar, die malerischen Kreidefelsen an Frankreichs Küste leuchten in dem Grau von Himmel und Meer ganz besonders intensiv. Um 16 Uhr erreichen wir recht erschöpft den kleinen Hafen von Le Treport, schnell durch die Schleuse, liegen im Päckchen an 2 kleinen Seglern (dank ruhiger Nacht kein Problem).
Le Treport ist ein idyllischer Ort, überall hängen üppige Blumenampeln, ein Restaurant neben dem anderen an der Promenade, romantische Gassen, französische Lebensart. Wir freuen uns, die wohlklingende Sprache zu hören bzw aus unserem Vokabelschatz zu schöpfen.
Moules a la creme bzw a la creme curry und Pinot Gris entschädigen im Nu für die Strapazen der Nacht. Bis zum nächsten Mittag ist die Schleuse geschlossen. Im Vorhafen sind jede Menge Boote trockengefallen, im Watt suchen viele Menschen nach Krebsen, eine ungewohnte Stille.
Es ist zwar noch immer kein Sommer, der Wind ist eindeutig gegen unsere Reisepläne, dafür haben wir nun Gelegenheit, die beeindruckende Normandie ein wenig kennenzulernen, diese endlose Küste mit ihren wunderschönen Kreidefelsen.
Von Le Treport sind wir 3 Stunden unterwegs nach Dieppe. Der Vorteil: man kann jederzeit in den Hafen einlaufen, keine Schleuse!
Der Tidenhub beträgt 8,5 m, sodass wir zeitweise wie 'im Keller' liegen, entsprechend lange müssen wir dann auf der 'Hühnerleiter' nach oben klettern um an Land zu gelangen.
Ein grosser Hafen erwartet uns, eine typisch französische Stadt:
Fussgängerzone mit netten Geschäften, Cafes, Bistros und hübschen Restaurants.
Von der grossen Kathedrale, die an Notre Dame erinnert sind wir schwer beeindruckt, jedoch ist der Kreidestein schon stark angegriffen. Eine Trauerfeier wird liebevoll vorbereitet: Blumenschmuck zu Füssen der lebensgrossen Bronzefigur von Papst Johannes Paul.
Von der erhabenen Burg geniessen wir den grandiosen Ausblick auf Stadt und Strand.
Dieser besteht aus rundgewaschenen Kieselsteinen, im Format wie kleine Kartoffeln, direkt daneben Parkplätze für Autos bzw Wohnmobile. Wenig ansprechend.
Auch der Wind auf die Nase hält uns nicht davon ab Dieppe zu verlassen. Nach 4 Stunden elender Schaukelei erreichen wir frohen Herzens Saint Valery en Caux, einen gepflegten, malerischen, kleinen Ort mit wunderhübschen Häusern, gepflegten Gärten, alles sauber und freundlich. Jede Menge kleiner Gassen erfreuen uns immer wieder mit neuen, unerwarteten Eindrücken.
Reizende Geschäfte bieten hiesige Spezialitäten: Pasteten, Rillette, Käse, Marzipan, Schokolade.
Dazu frisches Baguette und köstlicher Rotwein, was will man mehr?
Die Normandie empfinde ich als sehr bodenständig, die Menschen hilfsbereit und freundlich, kein Schickimicki, einfach zum Wohlfühlen.

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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