Brigo
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Kurisches Haff, Litauen  (Ostpreußen)

 

Nach 20 stündiger Überfahrt erreichen wir Klaipeda/Memel und damit die Einfahrt zum Haff.

Schnell nimmt uns der Zauber dieser eigentümlichen Landschaft gefangen. Unendliche Ruhe, das besondere, blasse Blau zur Abendzeit, Dünen und weite Wälder. Die Wassertemperatur beträgt jetzt 23 Grad. Kein Wunder, der kleine, litauische Teil des Haffs ist in weiten Teilen so flach, das unter BRIGOs Kiel manchmal nur 50 cm Wasser bleiben.

Nidden: so wie schon Thomas Mann 1929, begeistert auch uns dieser Ort zwischen Haff und Ostsee. Es ist der 3. Ort dieses Namens auf der Nehrung, die beiden Vorgänger hat der Treibsand begraben. Im 16. Jahrhundert holzte man für den russischen Schiffbau die gesamte Nehrung kahl, der Dünensand kam in Bewegung. Mit mühsamen Wiederaufforstungen ab dem 19. Jahrhundert konnte der Wandertrieb der Dünen gestoppt werden.

Das Fahrrad ist das Hauptverkehrsmittel auf der Nehrung mit prima Wegenetz. Elche und Wildschweine sichten wir leider nicht!

Deutschland und deutsch sind beliebt, der sonntägliche evangelische Gottesdienst wird in Deutsch gehalten.

Der Fortschritt zieht hier behutsam ein. Bausünden aus sozialistischer Zeit  sind selten. Der Konjunktureinbruch scheint aber auch einige neuere Projekte gebremst zu haben.

Memeldelta

 

Gute 2 Bootsstunden von Nidden ist das Memeldelta entfernt. Nach 930 Flußkilometern mündet die Memel in einem weitverzweigten Delta in das Kurische Haff und weiter, bei Klaipeda (ehemals Memel-Stadt), in die Ostsee. Das Memeldelta ist eine flache Wasser- und Schilflandschaft, beliebter Zwischenstopp für Zugvögel. Die Gegend ist dünn besiedelt denn die flache Landschaft wird regelmäßig, insbesondere im Frühjahr, überflutet. Die Memel bringt große Mengen Schwemmsand mit, sodass die Landflächen wachsen dafür sind die Wasserwege flach, für uns kaum befahrbar sind.

Wir verbringen 2 Tage im Dörfchen Minge. Die Gegend ist beliebtes Ausflugsziel. Dutzende, teils abenteuerliche Passagierschiffe mit Volksmusik oder Discosound, gut besetzt mit einheimischen, fröhlichen Fahrgästen schippern entlang und kehren in die Dorfkneipe ein.

Rührende Geste: uns zu Ehren wird im Hafen die deutsche Flagge gehisst.

Klaipeda (Memel)

 

Ohne Erwartungen an diese Stadt laufen wir in den „Castle Harbour“  ein.

Proviant bunkern und weiter.

Schon beim ersten Stadtbummel sind wir positiv überrascht. Glasdominierte Neubauten haben die Architekten geschickt zu alter Bausubstanz gestellt. Unendlich Vieles ist noch zu renovieren. Aber in den 20 Jahren der Nach-Russland-Ära haben die Litauer Erstaunliches an Wiederaufbau geleistet, auch außerhalb der touristischen Altstadt.  Die deutsche Tradition wird wieder hoch gehalten. Allgegenwärtige ist der liebevolle Blumenschmuck und die gepflegten Grünflächen. Es gibt auffallend viele, gut besuchte Restaurants und Kneipen.  Wir staunen über jede Menge  teurer Autos aus deutscher Produktion, Mercedes, Porsche, Audi, BMW der Premiumklassen!

 

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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