Brigo
Brigo

Fortsetzung auf  NORWEGEN 2

 

 

 

 

 

Das ist der Übeltäter, das gebrochene Drucklager!

Heute, Dienstag früh kam das Ersatzteil per Expresslieferung direkt ans Boot.

Der Einbau hat mir einige graue Haare beschert. Die alten Schrauben saßen bombenfest.

Nun ist alles eingebaut. Unten könnt Ihr das neue Drucklager bewundern. Hoffe sehr, das sich keine neuen unliebsamen Überraschungen mehr einstellen!

Morgen, Donnerstag, 13.8. will ich Richtung Hardangerfjord ablegen.

 

Bergen

 

In Bergen herrscht gutes Wetter, wenn es nur wenig regnet. So ein Tag ist mein erster hier.

Schnell auf den Aussichtsberg Flöyen. Man weiß ja nie. Beeindruckender Blick!

Im alten Viertel der zumeist lübecker Hansekaufleute, Bryggen, mit den eng stehenden Holzhäusern ist die Zeit stehen geblieben. Ist Weltkulturerbe. Der Marienkirche habe deutsche Kaufleute 1676 eine pompöse Predigtkanzel spendiert. Und der Fischmarkt: Riesenkrabben, Hummer,  kleinere Krabbeltiere, was sonst noch rumschwimmt und Walfleisch! Das schmeckt unvergleichlich gut! Ja, bei halbwegs Sonnenschein sieht Bergen grandios aus. An vielen großen Kaufmannshäusern stehen Jahreszahlen vom Anfang 20. Jahrhundert.

Doch leider steht kein guter Stern über diesem Törn. Zunächst Billes Gehirnerschütterung und nun hab ich mir im Hafen eine Leine in den Propeller gefahren. Drucklager der Propellerwelle ist gebrochen. Ersatz kommt aus Holland, soll etwa Dienstag ankommen. Mal sehen, wann der Mechaniker dann an Bord kommt. Im 13 Grad „warmen“ Wasser musste ich zum Prop tauchen, die Leine rauszuschneiden.

Trotzdem noch Glück im Unglück. BRIGO muss  nicht aus dem Wasser gehoben werden sofern sich kein weiterer Schaden an Welle oder Prop zeigt. Weit und breit gibt es in Bergen nämlich keine Kranmöglichkeit!!!

Manfred und Frauke, meine Bootsnachbarn aus Burg/Fehmarn haben mir in meiner Misere tatkräftig und moralisch beigestanden. Danke, Euch beiden!

Der Besuch hat tatsächlich geklappt: Kristina und Rainer sind auf einer Rundreise durch Norwegen und haben einige Stunden Aufenthalt in Bergen. Welch Freude in meiner betrüblichen Zeit. Dazu ein strahlender Sonnentag. Den muss man hier rot im Kalender anstreichen!

Nach Norwegen

Die Damen sind abgefahren und nach einigen Staus auch gut in Braunschweig angekommen. Billes Kopfschmerz hat sich noch nicht gebessert, es war sicher die beste Entscheidung, die Reise abzubrechen.

Ich muss nun allein unserem Motto frönen: Hinterm Horizont geht`s weiter

Am Samstag um 5 Uhr ablegen ab 7:30 Uhr flottes Segeln jenseits von Thyborön auf der Nordsee. Anfangs mit Sonne, später nehmen Wind und Bewölkung zu. Nachmittags spielen zwei große Delphine ums Boot

!    

BRIGO saust mit teils 7 Knoten in die Nacht. Schon am frühen Abend beginne ich mit dem ½ Stunden-Wach-Rhythmus, sodass ich am Morgen verhältnismäßig ausgeruht bin. Die norwegischen Berge verstecken sich unter Wolkenbergen, BRIGO unter Wellenbergen. Entschließe mich, direkt nach Bergen zu segeln und laufe in den Karmsund ein. Das ist eines der hier zahlreichen Binnenfahrwasser, vor den Nordseewellen geschützt. Die Sonne kommt raus, das Wellendurcheinander ist weg, richtig schönes Segeln, sogar barfuß! Vor Haugesund übernachtet, erwartet mich ein sonniger Tag und 18-20 Grad (stimmt wirklich) laue Luft. Mit achterlichen Winden segelt BRIGO heute 44 Meilen durch die malerische Schärenwelt

  

Sind die äußeren Inseln noch recht kahl und nur mit flachem Grün bewachsen, strotzen die inneren Schären vor Vegetation. Und Sommerhäusern. Nicht so feudal wie in Schweden. Doch scheint fast jede norwegische Familie sich ein Häuschen am Wasser leisten zu können.

Die folgende Nacht verbringe ich in einer kreisrunden Bucht. Sommerhäuser und Wiesen in der warmen Abendsonne, das tut fast weh, so schön idyllisch, friedlich und still ist es. Nur ein paar Schafe blöcken.

Der neue Tag ist das genaue Gegenteil: regnerisch verhangener Himmel, kein Wind.

Motorbootfahrt bis Bergen. Zeitweise vor Regen und Nebel fast keine Sicht.

Mache gegen 19 Uhr im alten Hafen fest. Zuvor muss Segler an riesigen Arbeitsschiffen (vielleicht für die Ölbohrgeschichte?) vorbei. Wenn man die Haushohe Schiffsbuge sieht, kann man sich ungefähr den Nordatlantik im Winter vorstellen.

Im Limfjord

Weiter geht.s nach Westen durch blühende Landschaften im gewundenen Fahrwasser des östlichen Limfjords. Das  viele Seegras hat dann unweigerlich den Kühlwassereinlass der Motors verstopft. Da war auch mit Druckluft nichts mehr zu machen.

Also rein in den kleinen Hafen von Lögstör und in der köstlichen Hafenbrühe tauchen. Trotz Sonnenscheins sehe ich kaum die Hand vor Augen. Jedenfalls war es schlussendlich gut, im Hafen zu sein. Rasmus und der Regengott eifern um die Wette. Rasmus gewinnt.

4 Tage sind wir hier eingeweht. Das Hafenwasser brodelt und beim Von-Bord-an-Land-Klettern ist es dann passiert. Bille rutscht ab und fällt in die Hafenbrühe, stösst sich dabei heftig den Kopf. Die vermutete Gehirnerschütterung wird 3 Tage später im Krankenhaus von Hesterbro bei Lemvig bestätigt. Viel Ruhe, keine Aufregung und kein Segeln. Nun wird Bille mit dem Auto nach Deutschland zurückreisen, Heti holt sie ab.

Dabei war es noch ein soo schöner Segeltag von Lögstör durch den landschaftlich reizvollen Limfjord. Jetzt fängt der schöne Teil des Törns erst. Schade! Aber wir wollen nicht jammern, es hätte viel schlimmer kommen können.

 Hier muss ich einmal einen riesen Dank an die freundlichen, hilfsbereiten Dänen im Hafen, an den Taxifahrer und an das Personal im Krankenhaus richten!

 

Am 1.8. Start nach Norwegen.

Nach Aalborg

 

Heute haben wir in Aalborg/Limfjord/Dänemark fest gemacht.

Der erste Landgang seit unserem Start vor einer Woche in Bad Schwartau.

Jeden Tag seit Heiligenhafen ging der Wecker um 7 Uhr. Das morgendliche Schwimmen hat Bille immer Überwindung gekostet, es ist nicht gerade sommerlich warm auf dieser Reise. Trotzdem, hinterher ist sie jedes Mal stolz, es geschafft zu haben. In diesem Fall ist es ein echter Vorteil, dass der Skipper meist nicht schwimmt(viiiiel zu kalt!! Zwischen 12 und 17 Grad), denn er begleitet die Schwimmrunde vom Boot aus und hält Ausschau nach Quallen.

Jeden Tag haben wir gut 40 sm zurückgelegt, waren also jeweils etwa 8 Std unterwegs.

Gestern hatten wir nördlich Grenaa den Traumankerplatz: eine Riesenbucht mit Feldern bis ans Meer, streckenweise Kalkstein-Steilküste. Vereinzelte Bauernhöfe direkt am Wasser, man hörte das Muhen der Kühe. Die Bauern müssen extrem ausgeschlafen sein, damit sie nicht mitsamt ihrem Trecker im Meer wieder aufwachen! Der Sonnenuntergang war bilderbuchmässig!

Am folgenden Morgen war von dem Bilderbuch nichts mehr zu sehen: Regen und kaum Sicht, dazu elende Schaukelei! Also Schwimmen gestrichen, ankerauf und los, Frühstück unterwegs! Wind heftig, zwischen 6 und 7, der Käptn musste selbst steuern, wurde häufig erfrischt von Gischt, so wie das ganze Deck!

Es war ein weiter Weg gegen Wind und Welle, um am Ende endlich in den Limfjord zu gelangen.

Nun sind wir froh und geniessen den Feierabend!

Aalborg ist eine stimmungsvolle Stadt mit vielen alten Häusern und reichlich Betrieb in den Fussgängerzonen.

 

 

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

Besucheranzahl 

der BRIGO-Seiten :

letzter Standort:

Vilamoura

Portugal

 

 

Loggestand:

 

1.798  Meilen

Druckversion Druckversion | Sitemap
© PC Service Wesche