Brigo
Brigo

 

Aaland

 

Die Wetterprognosen sind ausgesprochen zuverlässig:

es wird unangenehm und bevor es richtig anfängt zu regnen, liegen wir im Schutz der kleinen Insel Utö vor Anker. Nun ist uns das Wetter wurscht!

Ein erfrischendes Bad am nächsten Morgen muss sein, danach die kalte Dusche draußen, herrlich!

Weiter geht´.s in die sehr besondere Inselwelt von Aaland. Nach neuestem Stand gehören 6800 Inseln unterschiedlichster Größe zum Archipel. Aufgrund der Kompression durch das Eiszeiteis steigt das Land jährlich um 3mm. Aaland hat einen besonderen Status:

politisch gehört es zu Finnland, die Amtssprache ist schwedisch, Währung ist der Euro, es ist vom Völkerbund mit weitestgehender Autonomie ausgestattet, und entmilitarisiert.

Von den insgesamt etwa 28.000 Einwohnern leben 8.000 in der Hauptstadt Mariehamn. Das alles erfahren wir von unserem Freund Wolfgang aus Braunschweig, der die Inseln kennt wie seine Westentasche. Er macht zufällig gerade Urlaub auf Aaland und erwartet uns, Aaland- und Deutschlandflagge schwenkend am verabredeten Treffpunkt neben dem großen Getreidesilo vor der hohen Brücke, für Brigo leider nicht hoch genug.

Unter seiner Führung erkunden wir die Inseln sowohl kulinarisch, per Auto, zu Fuß und mit Brigo. Von nun an gehört Aaland Pankaka mit Sahne und Marmelade im Cafehaus zum täglichen Ritual. Die Landschaft ist phantastisch, roter Granit, viel Wald, Heide und Moos. Die lockere Bebauung begeistert uns und wir können uns gar nicht entscheiden, welches Haus wir am liebsten „kaufen“ möchten.

Auch Meiken, die zu Besuch kommt, ist entzückt.

Petrus stellt unsere Geduld auf eine harte Probe: erst nach 4 Tagen ermöglicht er uns eine angenehme Überfahrt in die Stockholmer Schären. Und was für eine! Wir können die 50 Meilen durchgängig segeln, allerdings ist es kühl. Wassen 14, Luft 12 Grad. Da sehnen wir uns zurück nach dem Aaland-Wetter!

Obwohl wir keineswegs schwitzen, können wir uns an dem Anblick der Stockholmer Schären wieder kaum satt sehen, auch hier Traumhäuser ohne Ende. Eine ruhige Nacht vor Anker, bevor wir uns am nächsten Tag in den nun bereits vertrauten Vasahafen der Hauptstadt begeben. Hier ist es inzwischen übersichtlich, die Saison ist gelaufen.

Auch mit Meiken absolvieren wir das touristische Pflichtprogramm, Besuch beim König usw. Bei herrlichstem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen genießen wir den Lunch draußen. Bevor wir Frauen uns in die schicken Boutiquen stürzen sucht der Kapitän eilig das Weite.

Am Abend beginnt Regen und hält den ganzen folgenden Tag an! Weint der Himmel, weil Meiken nach Hause fliegt? Wir begleiten sie zum Flieger, lernen so den riesigen, noblen Flughafen kennen und lieben.

Meiken ist genauso schnell in Berlin, wie wir mit den unterwegs erstandenen Lebensmitteln an Bord. Wunder der Technik! Nach einem letzten Stadtbummel verlassen wir unsere neue Lieblingsstadt am nächsten Nachmittag: der Götakanal ruft!

Nach 3 Tagen Fahrt ankern wir vor der Einfahrtsschleuse zum Kanal.

Unterwegs besuchten wir noch einmal die idyllisch abgeschiedene Inselwelt der Ostseeschären, fühlen uns meist ganz allein auf der Welt und genossen alles, incl. morgendlichem Bade bei 13 Grad Wassertemperatur und anschließender erfrischend kalter outdoor-Dusche. Wir sind gespannt, wie es weitergeht!

Wir ankern seit gestern in den Schären unweit von Karlsborg auf dem Vätternsee und lassen uns von der Sonne verwöhnen. Hier erleben wir Natur pur: die Luft duftet nach Kiefern, das Wasser plätschert träge gegen die Felsen der kleinen und kleinsten Inseln. Und Brigo ankert mitten drin. Wie ein Teppich bedecken verschiedenfarbige Moose die unwegsamen Granitfelsen. Der Tag begann wie ich es so gern habe : mit Schwimmen (15,5 Grd), eine Wohltat nach den Übernachtungen in Häfen oder im Konvoi vor Schleuseneingängen. Aber der Reihe nach:

In Mem machten wir vor der Einfahrt zur ersten Schleuse fest. Zu dieser Unzeit (die Saison ist hier überall gelaufen) erwarteten wir allein zu schleusen. Aber dem war keineswegs so. Wir waren 10 Boote. Wer hätte das gedacht!

 

Nach früheren erfolglosen Versuchen, einen Kanal zu bauen, nahm der schwedische Oberst Baltzar von Platen den Bau des Götakanals im Jahr 1810 tatsächlich in Angriff. 58 000 Mann nahmen in 23 Jahren daran teil: 8 Millionen m3 Erdmassen wurden in Handarbeit bewegt, 200 000 m3 Gestein mit Pulver gesprengt, Dynamit war noch nicht erfunden.

Im September 1832 konnte erstmals der gesamte Kanal durch König Karl XIV Johan auf der königlichen Yacht 'Esplendian' eingeweiht werden.

Heute ist der Götakanal kuturhistorisches Denkmal, der alte Treidelpfad wurde in einen Radweg umgewandelt, Gästehäfen angelegt und Grünanlagen ausgebaut. Der Götakanal verläuft von Ost nach West quer durch Südschweden und stellt die Verbindung zwischen drei kleineren sowie Vättern- und Vänernsee dar. Nach Westen hin schliesst sich der Trollhättekanal als Verbindung zur Nordsee an. Mindesten 5 Tage benötigt man, um von Mem bis zum Vänern zu gelangen, Unterbrechungen sind möglich. In den bisher 2,5 Tagen auf dem Kanal passierten wir 32 Schleusen, mussten auf etliche Brückenöffnungen, sogar die der Eisenbahn, warten. Die Krönung ist die 7-fach Schleuse gefolgt von 2 Doppelschleusen in Berg. Am ersten Tag lassen uns die 15 zu bewältigenden Schleusen kaum zur Ruhe kommen: beim Einfahren in die Schleusenkammer springt die Bordfrau mit den schweren Festmacheleinen an Land um sie an Der Schleusenwand zu befestigen. Während des Schleusens muss der Skipper die Leinen stets straff halten. Ist Brigo hochgeschleust, beginnt das Ganze von vorn, diesmal mit nassen, entsprechend schwereren Leinen. Wir schlafen in der 1. Nacht wie Murmeltiere. Erholsam ist das Erreichen eines Sees, und sei er noch so klein. Wir lernen Ingabrit und Göran mit Cockerhündin Tina aus der Nähe von Vadstena kennen, sowie Klaus, the Sailing Bassman, aus Hamburg. In Motala verabschiedet sich Klaus. Göran fährt mit seinen beiden Frauen nach Hause. Wir bleiben und besuchen das liebevollst eingerichtete Motor- und Technikmuseum und fühlen uns in unsere Jugend versetzt: Autos, Motorräder, Radios, Fernseher, Wohnungseinrichtung, das Gegacker von Hühnern, alles lässt uns in der Vergangenheit schwelgen.

Am nächsten Tag lädt uns Göran zum Krebseessen auf seinen Hof ein. Wir verlegen Brigo nach Vadstena, dort erwartet uns eine königliche Marina, wir machen im Schlossgraben fest. Ein Traum. Pünktlich holt uns Göran am Abend ab. Eine lange Birkenallee führt auf sein atemberaubendes, parkartiges Grundstück. Ein freundliches, grosses, gelbes Haus mit Seeblick, einige kleinere Häuser und Gebäude, ein Saunahaus mit Seeblick, grosse Terrasse am See erwarten uns. Ingabrit, Sohn Hendrik mit seiner Frau Maria und den beiden Töchtern, sowie Tina bereiten uns einen zauberhaften Abend. Sie unterweisen uns im Knacken der Krebse ( etwa wie kleine Hummer) aus dem Vätternsee, eine köstliche Spezialität, wie auch der Rest des herrlichen Essens. Nicht zu vergessen, der phantastische Apfelkuchen aus eigenen Äpfeln! Nochmals

vielen vielen Dank! Es war ein unvergesslicher Abend.

Nach einem Bummel durch Vadstena, Besuch des Schlosses, des Brigittendomes und Eisessen in der malerischen kleinen Fussgängerzone legen wir zur 3 stündigen Überfahrt in die Gegend von Karlsborg ab und ankern in einem malerischen Schärengarten.

Nach Göteborg

Nur noch eine Schleuse „bergauf“, dann ist mit dem Vikensee der höchste Punkt des Götakanals erreicht, 91,8 Meter über dem Meer.

Das Abwärtsschleusen ist ein Kinderspiel, keine wilden Strudel und starken Strömungen.

Außerdem schleusen wir allein, unsere Reisegruppe besteht aus 3 größeren Segelbooten, nur jeweils 2 passen gleichzeitig in eine Schleusenkammer. In Sjötorp am Vänern (-see) endet der Kanal.

Der Vänern ist ein echtes Binnenmeer, 11mal so groß wie der Bodensee. Dieser schwedische See bietet genug Abwechselung für einen ganzen Sommertörn, und das in Süßwasser von Trinkqualität! Wir besuchen einige schöne, romantische Schärenregionen und das Schloß Läckö, segeln insgesamt aber ziemlich direkt nach Vänersborg, um dort in den Trollhättekanal einzufahren. Der Kanal umgeht in insgesamt 6 Schleusen von je rund 8 Metern Hub die Stromschnellen und die Wasserfälle des Göta Älv (-flusses), welcher bei Göteborg ins Kattegat mündet. Im Oberlauf noch wildromantisch, verbreitern sich später Fluß und Tal. Industrie und Autobahnen bestimmen jetzt das Bild.

Göteborg fasziniert uns! In der fast autofreien Innenstadt pulst das Leben in Cafes und Restaurants. In einer endlosen Einkaufspassage werden manche Wünsche wahr.

Grünflächen und Wasserläufe lockern das Stadtbild angenehm auf.

Fortsetzung unter OKTOBER, sonst wird.s zu unübersichtlich

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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