Brigo
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Stockholm

 

Durch die südlichen Schären steuern wir Stockholm an.

Die Fahrwasser durch das Inselgewirr mit großen, kleinen, kleinsten Inseln und jeder Menge Felsen erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit. Wehe, man kommt vom Weg (Fahrwasser) ab. Da kann der Schiffer sich mächtig verirren, zumal überall Steine unter der Wasseroberfläche lauern.

Wir kommen also glücklich in Stockholm an.

Die Schären sind mit Sommerhäuschen bebaut, malerisch und idyllisch. Je näher diese an Stockholm liegen, mutieren sie zu Villen von Bank- oder Fabrikdirektoren.

 

Stockholm ist eine noble Stadt. Nicht nur wegen Alfred. Häuser, Paläste, Busse, Strassen, Parkanlagen, Menschen, alles wohl gepflegt, auf neuestem Stand.

Wir erkunden die Altstadt, trinken beim König Kaffee, folgen den Spuren der Touristenmassen zu den Sensationen. Der nächste Tag gehört dem Villen- und Parkviertel Djursgarden. Dorthin zogen sich die Schönen und Reichen auf ihre Landsitze im Grünen zurück. Prinz Eugen ließ sich eine Licht durchflutete Villa bauen, der ganze Dachbereich diente als Malatelier. Der Bankier Thiel brachte eine reiche Bildersammlung zusammen und baute eine würdige Villa ringsherum. Ein Saal ist allein Edvard Munck  gewidmet.

Auch das Vasamuseum darf nicht fehlen. Die Vasa kenterte schon 20 Minute nach dem Absegeln im Hafen von Stockholm 1628. In den 50er Jahren begann die Suche nach dem Wrack.

Der Schiffsrumpf steht nun weitgehend erhalten im Museum.

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Tallinn

 

Das schöne Wetter bedingt zumeist östliche Winde. Die können wir bei der 200 Meilen-Reise nach Tallinn nun wirklich nicht gebrauchen. Deshalb nutzen wir eine 2 tägige Südwestwindperiode fix  aus. Der Wind ist frisch und schiebt BRIGO flott nach Estland.

 

Im Hafen von Tallinn ist ein derart reger Fährschiff- und Kreuzfahrerverkehr, dass Yachten sich von Portcontrol eine Einfahrterlaubnis in die Marina einholen müssen.

Die Marina ist zu 90% von finnischen Booten belegt. Helsinki ist nur 40 Meilen entfernt.

Ein Blick auf die Hafenumgebung macht deutlich, hier wird großzügig Alkohol gebunkert.

Das Preisniveau entspricht ungefähr deutschen Verhältnissen.

Doch Tallinn bietet mehr:

Die Altstadt ist hervorragend restauriert und mutet mittelalterlich an. Viel Stadtmauer, viel Kirche, viel reiche Kaufmannshäuser.  Auf den Kopfsteinpflasterstraßen reihen sich Tische und Stühle für hungrige und durstige Besucher. Täglich legen bis zu 4 große Kreuzfahrer in Tallinn an. Das schafft Umsatz. Trotzdem wirkt die Stadt nicht überschwemmt von Touries. Vielmehr entsteht der Eindruck einer quirligen, sympathischen Stadt. Nach 17.00 Uhr ist der Spuk vorbei, dann erobern die Einheimischen und die Langzeitbesucher die Freiluftplätze der Restaurants.

Ein beeindruckender Kontrast ist das Roterman-Viertel. Ehemalige Fabrikgebäude und schicke, coole Neubauten beherbergen Modegeschäfte und angesagte Kneipen. Könnte genau so gut in Berlin oder Amsterdam stehen.

 

Einen Wermuthstropfen hat das Ganze:

Die Hafengebühren von Tallinn sind die mit Abstand höchsten der gesamten Ostsee, fast doppelt so hoch wie in Stockholm!!!!

 

Wir haben einen Ausflug nach St. Petersburg gebucht. Mit Nachtfähre und einer Übernachtung in der Stadt. Am Donnerstagabend geht’s los. Auf dem Rückweg ein halber Tag in Helsinki. Wir sind gespannt!

 

St. Petersburg

 

„Prinzess Anastasia“ bringt uns nach St. Petersburg. Allerdings sind die Betten hart, aua aua die Knochen. Das Schiff hinterlässt einen leicht heruntergekommenen Eindruck.

So einen riesigen, endlosen Handelshafen wie den von St.P. haben wir noch nie gesehen!

Beim Verlassen des Abfertigungsgebäudes empfangen uns ein Gewitterregen und eine Blaskapelle. Na toll! Alles huscht blitzartig in die wartenden Busse, die Musik spielt unverdrossen weiter. Gnadenlos!!!

Der Shuttlebus fährt uns in die Nähe der Eremitage, dort soll lt. Reisebüro gleich unser Hotel sein, nämlich mitten in der Stadt! Wie bequem!!! Aber April April, nix Hotel bei Eremitage. Zufällig wartet dort gleich ein Taxi und bringt uns für schlappe 50 Euro ins Hotel. So viel dazu. Erstmal sollen die Pässe kopiert werden, jedoch Gerät kaputt.

Welche Besichtigungstouren gibt es? Wir werden an den Infocomputer verwiesen. Doch … Gerät kaputt. Wir könnten mit dem hoteleigenen Shuttlebus in die Stadt fahren, prima. Doch… Bus fährt nicht, warum weiß keiner.

Wir könnten vom Zimmer eine Auskunft anrufen betreffs Ausflug. Die entsprechende Dame kann leider nur wenig Englisch.

Also Taxi bestellt und in die Stadt, diesmal für 10 Euro.

Nebenbei: unser Zimmer ist bullenheiß. Hat einen Balkon, die Tür lässt sich nicht öffnen, ist mit einer Schraube gesichert. Der Balkon sieht nicht vertrauenerweckend aus, die Schraube ist wohl begründet.

Das Bad entspricht in etwa deutschem Standard vor 50 Jahren: Waschbecken auf Kniehöhe und sehr entgegenkommend, Rohre sportlich und aufputz verlegt.

 

Wir also mit dem Taxi in die Stadt, nehmen den Hop-on-hop-off-Bus und buchen gleich noch eine Bootstour auf der Newa dazu. Die Bustour ist sogar mit deutschen Erklärungen. Beeindruckende Paläste, Großbürgerhäuser, Kirchen. Traumhaft schön, soo viel Gold! Doch auf wie viel Leid, Tränen und Blut wurde diese Pracht erbaut! Die Menschen hier sind nicht fröhlich, kaum freundlich. Lesen kann man gar nichts, nicht mal Straßennamen!

Die Bootstour ist, entgegen der Ankündigung, nur auf russisch, irgendwann sind wir von dem fremdländischen Gebrabbel ganz blümerant. Aber alles sieht zu schön aus und macht Spaß.

Vorsichtshalber essen wir bei Subway, da weiß man, was man bestellt und hat zusätzlich noch Internet.

Ansichtskarten finden wir nach langem Suchen, leider nicht die schönsten. Wo gibt´s Briefmarken? Na bei der Post. Sonst nirgends. Wir finden eine – nein, ist leider eine Bank. Die Wegbeschreibungen zur richtigen Post sind widersprüchlich, wir geben auf. Nachts ist Bille aufgewacht und bekommt einen Lachanfall ob der Ereignisse des Tages, ihr laufen die Tränen! Achso: am Abend will Eckhard unsere Wasserflasche auf dem Flur an einem Wasserspender füllen, der ist natürlich leer. Im 12. Stock wird er fündig.

Beim Frühstück sind wir von Chinesen umzingelt. Ein eigenartiges Gefühl. Sie haben etwas andere Essgewohnheiten, auch geräuschmässig. Unser Taxifahrer erscheint pünktlich und bringt uns zur Eremitage, dem „Winterpalast“. Heute eines der größten Kunstmuseen in historischen Räumlichkeiten. Gigantisch, es ist einmalig und allein die Reise wert.

Danach besuchen wir eine russisch-orthodoxe Kirche. Das gesamte Interieur ist komplett mit Mosaikbildern ausgestaltet. Dabei war dieses Gotteshaus zum Ende des Kommunismus ein Trümmerhaufen!

Das heutige Datum 8.8. inspiriert viele Paare zur Hochzeit. Stretchlimousinen als Hochzeitsautos, so große und so viele haben wir noch nie gesehen.

Und, wer hätte es gedacht: in St Petersburg findet ein großes Harley Davidson Treffen statt. Die Maschinen röhren über den Newski Prospekt.

 

Von St. Petersburg nach Helsinki bringt uns „Princess Maria“. Wir genießen ein üppiges Buffet, schlafen in weichen, herrlichen Betten.

Helsinki empfängt uns freundlich, wir fühlen uns frei und atmen erleichtert auf. Irgendwie war Russland bedrückend.

Frohgemut marschieren wir Richtung Stadt und treffen auf einen sehr süßen Hop-on-hop-off Busfahrer aus dem Kosovo, der prima deutsch spricht und uns gern unter seine Fittiche nimmt. Die Stadt ist wohltuend, alles gefällt uns: fröhliche, freundliche Menschen, das geht uns runter wie Honig. Nach der Bustour führt uns eine Bootstour durch die vorgelagerten Schäreninseln. Wir sind restlos begeistert.

Auch vom rustikalen Fischessen am traditionellen Fischmarkt.

 

Tallinn erreichen wir nach 2-stündiger Fährfahrt am Abend.

Noch kurz Brot einkaufen und 400 Liter Diesel tanken, dann starten wir Richtung Aland.

Wir werden die erste Insel „Utö“ am folgenden Nachmittag im Regen erreichen.

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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