Brigo
Brigo

Exuma Cays

 

Auch der Abschied von Little Farmers fällt uns mal wieder einigermaßen schwer. Schöner kann s nicht mehr werden. Unvorstellbar, dass es noch eine Steigerung gibt.

Der nächste Ankerplatz, Big Major, bietet vielen Seglern und Motorbooten Schutz vor der angekündigten Kaltfront mit südöstlichen Winden.

Die Attraktion sind 5 schwimmende Schweine. Sie schlummern am Strand im Schatten der Büsche, werden jedoch bei jedem sich nähernden Boot sofort munter und schwimmen ihm voller Hoffnung auf manch leckeren Bissen entgegen. Sogar ein Wasserflugzeug landet dort um die Schweine zu versorgen. Das ist ein Heidenspaß für alle! Auch die ständig hungrigen Rochen, Möwen sowie Nurse-Sharks freuen sich über jeden Bissen, der den Schweinen entfleucht.

Dort begegnen wir auch Dirk aus Hamburg und Nancy, seiner amerikanischen Frau, die uns diverse sehenswerte Ankerplätze empfehlen.

Mit dem Dinghy besuchen wir die Nachbarinsel Stanley Cay. Dort entstehen erstaunlich viele traumhafte Ferienhäuser. In einem winzigen Laden gibt es ein übersichtliches Angebot an Lebensmitteln, jedoch weder Restaurant noch Bar-einfach nichts!!!!!!!!!!!!!!!!! Aber einen eigenen kleinen Flughafen mit recht regem Flugbetrieb.

In der Nähe liegt die Mini-Insel Thunderball mit der gleichnamigen Höhle, in der Teile der James Bond Filme „Thunderball“ und „Never say never again“ gedreht wurden. Wir haben das grosse Glück, sie allein zu erschnorcheln und sind schwer beeindruckt.

Die Wassertiefe um die Exuma Cays ist so gering, dass es häufig empfehlenswert ist, für eine Weiterfahrt auf Hochwasser zu warten, der Tidenhub beträgt gut 1 Meter.

Ein Mal sind wir auf einer Sandbank festgefahren. Mit Vollgas bekommt Eckhard Brigo frei, jedoch die Fangleine des Dinghys ist dabei in den Propeller geraten und ehe wir uns versehen ist Mini (unser Dinghy) bereits über alle Wellen auf und davon. Mit viel Mühe und mit Hilfe der Flossen gelingt es dem Käptn, den Ausreisser wieder einzufangen.

Zur Belohnung erwartet uns kurz darauf ein Ankerplatz vom Feinsten:

Blick auf eine Privatinsel mit atemberaubender Bebauung.

Nicht weit liegt eine Sandbank, die bei Ebbe trockenfällt. Da gibt es für uns ne Menge zu entdecken.

Compass Cay, eine weitere Privatinsel, erlaubt für 10 Dollar Eintritt pro Person die Erkundung der Insel. Auch hier finden wir Schätze am Strand und bestaunen die zutraulichen Eidechsen mit dem lustigen Ringelschwanz. In der rustikalen Marinabar lassen wir uns Fishburger schmecken und beobachten dabei die Nursesharks, die am Anleger auf Futter warten und auf mutige Urlauber, die zwischen ihnen schwimmen oder schnorcheln. Erst danach ist man berechtigt, das T-shirt mit dem Aufdruck: I swam with the sharks -   zu tragen.

Ohne uns!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ihr werdet es kaum glauben: wir verlassen Compass Cay bei strömendem Regen und erreichen Brigo wie 2 begossene Pudel. Wie gut, dass nach einer warmen Dusche der kuschelige Bademantel wartet.

Der Regen dauert 4 Stunden an und befreit Brigo von der dicken Salzkruste.

Der folgende Ankerplatz liegt neben Johnny Depp´s Privatinsel. Eine grosse Piratenflagge zeugt von seiner Anwesenheit.

Wir schnorcheln im Sea-Aquarium, locken die Fische mit Cornflakes und befinden uns mitten zwischen ihnen. Ein tolles Erlebnis!!!!

Auch der Coral-Garden ist einen Besuch wert. Herrliche Korallen in den schönsten Farben und immer wieder neue Fische erfreuen unser Herz. Auch 4 Lobster begegnen uns, wohlwissend, dass sie hier im Schutzgebiet des Exuma Land- and Seaparks nichts zu fürchten haben. Sie sind einzigartig.

Nach 20 Minuten Schnorcheln ist die Strömung so stark, dass ich mit viel Mühe das Dinghy erreiche und echt k.o. bin.

Auf Shrout Cay lernen wir Chris (Deutschland) und Rick (USA) kennen.

Gemeinsam befahren wir die Dinghy-Passage. Das ist eine flache, mangrovengesäumte Wasserstrasse mit jeder Menge Sandbänken, die im Bogen quer durch die Insel verläuft.

Am Ende erwarten uns ein toller Strand und von einem Aussichtshügel der weite Blick auf den freien, wilden Atlantik.

Abends ist Treffen am Strand angesagt zum Sundowner und Moonrise-es ist Vollmond!!!!!!!!!!!!!!

Auf Norman Cay finden wir den von Dirk beschriebenen Strand und suchen Sand-Dollars - das macht riesigen Spass. Wir sind recht erfolgreich. Auch ein paar wunderschöne Muscheln wandern in unsere Tüte.

Hinter unserem Sand-Dollar-Strand entdecken wir eine bei Ebbe trockengefallene Bucht. Leuchtendweisse Sandbänke sind zum Vorschein gekommen, alles ist menschenleer einfach zu schön!

Stolz kehren wir mit unseren Schätzen an Bord zurück und breiten alles aus.

Dirk und Nancy sei Dank!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Highbourne Cay – die letzte der Exuma Cays, die wir besuchen, besitzt eine schicke Marina mit noblen Motoryachten und überrascht uns mit einem phantastischen Restaurant. Hier feiern wir Abschied von den Exuma Cays und gleichzeitig den Aufstieg von Eintracht Braunschweig in die 1. Bundesliga bei exzellentem Essen und aufmerksamem Service.

Die Bahamas sind der wahrhaft krönende Abschluss unserer Reise. Wir haben die Exuma Cays mit ihren unzähligen Inseln und winzigen Felsen-Eilanden genossen, das glasklare, flache Wasser mit den faszinierenden Schnorchelmöglichkeiten und Unterwasserwundern, dazu die netten Segler, denen wir überall begegnet sind, werden uns unvergesslich bleiben.

Außerdem möchte ich Eckhards seemännische Fähigkeiten loben. Er hat mit enormem Geschick in diesen flachen und schwierigen Gewässern alle Ziele problemlos erreicht. Hut ab!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Unser weiterer Weg führt uns nach Nassau. Hier werden wir uns mit Vorräten für unsere Überfahrt nach Europa eindecken.

 

 

Nassau

 

Unsere Eindrücke von Nassau werden wir während der Überfahrt nach Bermuda schreiben und durch Jörns bewährte Hände einfügen lassen.

 

Nassau

 

Auch hier manövriert der Käptn Brigo geschickt über die flachen Wasserstrassen zu unserer Harbour Club Marina. Wir passieren traumhafte Wassergrundstücke mit ebensolchen Häusern. Da ist wirklich eins schöner als das andere.

Nassau auf der Insel New Providence wird seinem berühmten Namen - jedenfalls für uns - nicht gerecht. Das Zentrum mit den mächtigen Anlegemöglichkeiten für bis zu 6 Kreuzfahrtschiffe wirkt heruntergekommen, schmuddelig, billig. Bis auf einige wenige exklusive Geschäfte sowie das im Kolonialstil erbaute Regierungsviertel. Kreuzfahrerparadiese haben wir auf sonst oft armen Karibikinseln viel schöner und einladender gesehen. Nur wenige Meter ausserhalb von downtown beginnt der totale Leerstand der Ladenlokale und der einhergehende bröckelnde Charme von Müll und Verfall. Abends sollten Mann oder Frau hier besser nicht herumlaufen. Was die Kreuzfahrer noch immer scharenweise nach Nassau zieht, liegt für uns im Dunkeln.

Edle Freizeitanlagen mit Hotels a la Disneyland, hervorragenden Stränden und topp gepflegtem Ambiente finden sich auf der brückenmässig von Nassau zu erreichenden Insel Paradise Island. Der Name ist Programm. Dort finden sich jedwede Urlaubseinrichtungen im Zuckerbäckerstil, Strand, Golf, imposante Aquariumlandschaft. Im Aquarium bestaunen für 120 US dicke Touries die Unterwasserwelt, die wir kostenlos in den Exumas beschnorchelten.

 

Einige Reparaturen und Pflegearbeiten stehen auf dem Zettel. Unsere Marina im engen Kanal zwischen den besagten Inseln ist ein guter Standort dafür. Bootszubehör ist in Nassau nur beschränkt zu bekommen, man kann alles viel günstiger innerhalb kürzester Zeit aus USA schicken lassen.

Dafür lässt das Angebot des nahe gelegenen, leider teuren Supermarktes unsere Herzen höher schlagen. Unser Kühlschrank ist gähnend leer, die Stauräume für Haltbares weisen erhebliche Lücken auf.

 

Grosssen Spass macht wieder einmal die internationale Seglergemeinde, wobei naturgemäss die Amis dominieren. Besonders herzlich fühlen wir uns Chris und Rick aus Philadelphia verbunden. Chris stammt aus Deutschland, sie besuchen es regelmässig, sodass gute Chancen bestehen, die beiden in der wiesbadener Gegend einmal wiederzusehen.

Ein Kuriosum erleben wir mit Bill und Margaret : ihre Mutter stammt aus Braunschweig, verliess es vor 60 Jahren und freut sich nun, mit 82, über ihre Kinder von uns Braunschweig-Bilder geliefert zu bekommen, wenn wir zurück sind.

 

Sybilles Geburtstag begehen wir würdig im Cafe Matisse. Es wurde uns von Wiwa nach dem Reiseführerstudium per mai empfohlen. Das italienische Restaurant befindet sich etwas versteckt im Regierungsviertel.

An kulinarischen Köstlichkeiten ist der Conch-Salat besonders erwähnenswert. Conch, siehe unsere Bilder, das sind die schönen, innen rosarot gefärbten, grossen Muscheln. Angeblich vom Aussterben bedroht, werden in schmierigen Baracken unter der Paradise Island Brücke, täglich hunderte verspeist. Das feste rohe Fleisch wird mit Zitronen und Orangensaft mariniert, mit fein geschnittenem rohem Gemüse zu einem Salat vereint, je nach Geschmack mehr oder weniger feurig. Nähere Beschreibungen von Stielaugen, Fusskralle und Mund des Tierchens ersparen wir uns an dieser Stelle.

 

Nachdem auch der Segelmacher Brigos Garderobe repariert wieder an Bord ablieferte, Rasmus keine Bedenken äusserte, machten wir am Montag, 6. Mai vormittags die Leinen los.

Vor uns liegen 4.500 Meilen bis in die Ostsee. Unsere erste Etappe nach Bermuda beträgt erstmal "nur" 780 Meilen, das bedeutet 7 Tage auf See.

Eckhards Traum ist es schon immer gewesen, seinen Geburtstag auf hoher See zu "feiern". Nun ist er richtig happy : Wer hat schon die Chance, auf dem grossen, weiten Meer zu nullen?

Dank unserer Einkäufe im Supermarkt können wir diesen Tag entsprechend gestalten. Lediglich der Sekt kommt erst auf Bermuda zum Einsatz.

Alkohol auf hoher See ist nicht zu empfehlen!!!!!

Überfahrt

Nassau – Bermudas

 

Zum Abschluss der Strecke werden wir 818 Seemeilen und knapp 7 ½ Tage zu verzeichnen haben.

 

Diese Passage stellt die erste grössere Etappe auf unserer Heimreise dar. Das Problem liegt darin, aus dem Gürtel des NE Passats heraus zu kommen, der uns sonst ziemlich genau auf die Nase wehen würde. Seit Kolumbus Zeiten hat sich an den Segelanweisungen nichts geändert:

segele nach Nord-Nordost, bis Du auf Westwinde triffst.

Da liegt Bermuda nun prima auf der Strecke.

Die ersten 4 Tage bescheren uns ruhiges Wetter, der Motor läuft fast immer mit. Dafür kommen wir gut gegen den sonst vorherrschenden Passatwind voran. Meinen Geburtstag verlebe ich endlich einmal auf hoher See auf 5000 Meter tiefem tintenblauem Wasser und bei Sonnenschein.

Schliesslich frischt der Wind kräftig auf. Die letzten 200 Meilen schiebt er uns mit schnell zunehmender See nach Bermuda. In dieser Zeit loggen wir die10.000ste Meile dieses Törns.

 

Die weite Bucht mit der schmalen Zufahrt von St. George´s bietet gut geschützte Ankerplätze, die der ankommende Segler freilich erst nach persönlicher Anmeldung der gesamten Besatzung bei Zoll und Einwanderungsbehörde benutzen darf.

Schnell stellen wir fest, Bermuda gefällt uns ausserordentlich gut:

viele Buchten und Strände an der zerklüfteten Küstenlinie

grün, blütengeschmückt, „very british“, die hügelige, parkartige Landschaft

karibisch bunt und gut gepflegt die verstreut liegenden Häuser.

Stets sinnieren wir über das Für und Wider der einzelnen Liegenschaften und welches wir wohl kaufen sollen…

Die Preise beginnen bei etwa 700.000 Dollar.

Hier zu leben, das können wir uns problemlos vorstellen.

St. George´s und Hamilton als Hauptorte der Insel machen einen einladenden Eindruck.

Gute Restaurants und italienisches Eis verbreiten Wohlgefühl.

 

Neben BRIGO ankert HABIBI mit Rahel und Marco. Die schweizer Segler trafen wir auf Grenada, vor einem Jahr. Grosse Wiedersehensfreude!!!!!

Wir verbringen manch schöne Stunde zusammen und bei der Begrüssungsfeier lenzen wir einige Dosen Bier und eine Flasche kubanischen Rum.

 

Überhaupt ist Bermuda der Treffpunkt für Segler nach Europa. Alle diskutieren das Wetter und mögliche Routentaktiken auf der 1.800 – 1.900 Meilen-Strecke zu den Azoren. Neben der Lage von Tief- und Hochdruckgebieten spielt der aktuelle Verlauf des Golfstromes eine gewichtige Rolle. Wir lauern auf unsere Chance, wohl wissend, das niemand das Wetter auf gut 2 Wochen vorhersagen kann.

Wir haben Zeit und es gibt schlechtere Orte zum Warten!

 

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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