Brigo
Brigo

Schnief !!!

Abschied von Rahel und Marco.

Wir hatten eine wunderbare, lustige Zeit zusammen hier auf Bermuda.

Jetzt ist Abfahrt zu den Azoren.

Erwartete Überfahrtszeit: 2 1/2 Wochen

Bermuda

 

Die Wartezeit bis zum grossen Absprung versüssen wir uns zumeist mit Rahel und Marco von HABIBI. Mit der Schnellfähre düsen wir mit 26KN ( ca 50 kmh ) nach Dockyard. Dieser imposante britische Marinestützpunkt aus der Segelschiffzeit ist heute zum Kreuzfahrermekka umgewidmet. Imposante, historische Gebäude beherbergen nun die unvermeidlichen Shoppingcenter, Restaurants und Pubs. Der Platz atmet dennoch Reste von Seefahrerromantik. Auch wenn das die sailors von damals wohl anders sahen…

Die Insellandschaft begeistert auch vom Wasser aus. Wie gesagt, hier könnten wir wohl eine Zeit lang leben.

Wir lernen Erika und Reini kennen. Damit ist die schweizer Invasion komplett. Die NORA ist eine rasend schnelle Grand Soleil 43. Sie wollen wie wir zu den Azoren. Wir beschliessen täglichen Mailkontakt mit Positionsangaben, um sich ggf. gegenseitig beistehen zu können.

BRIGO wird für die unberechenbare Überfahrt wiederum bis zum Rand mit Diesel und Wasser vollgetankt.

Unser letzter St. George´s Spaziergang mit Rahel und Marco führt durch park- oder golfplatzartige Landschaft zu einladenden Stränden bei Fort St. Catherine. Unermüdliche Wellen haben in das Kalkgestein bizarre Formen gewaschen. Wir lunchen ausgesprochen delikate Miesmuscheln.

Am Donnerstag, 17.45 Uhr Ortszeit verlassen wir die Zollpier und starten zu unserer zweitlängsten Etappe dieses Törns.

Überfahrt

Bermuda – Isla Flores / Azoren

 

Die Segelanweisungen besagen, zunächst einen NNE ( Nordnordost ) Kurs bis zum 38–40sten Breitengrad zu steuern. Dann „ rechts ab „ nach E (Osten) Richtung Azoren. Das ist ein ziemlich weiter Bogen. Der Sinn liegt im Auffinden der Westwinddrift. Auf direktem Wege müsste sich der Segler durch weite Flautengebiete und wechselhafte Winde quälen. Fazit: weiter, aber schneller.

Die Bogendistanz beträgt etwa 1.800 Meilen.

Rasmus ist uns hold!

Die ersten 4 Tage segelt BRIGO Rekordetmale ( in 24 Std gesegelte Distanz ) von 2x je 151 Meilen. Dafür fühlt sich die Besatzung wie in einer Waschmaschinentrommel . Egal, nach 2 Tagen stellt sich die Bordroutine wieder ein. Nur ist jeder Handgriff ausgesprochen anstrengend, manchmal akrobatisch.

Heute, gegen Abend des 6. Reisetages werden wir Bergfest feiern.

Durch Rasmus´ Gunst konnten wir etwa 100 Meilen abkürzen!

 

Zitate aus dem täglichen Mailverkehr mit NORA:

 

26. Mai

..Das läuft bei uns Beiden ja wie geschmiert zur Zeit !!

BRIGOs Etmal von heute ist für unsere Verhältnisse auch wieder ein Spitzenwert: 151 Meilen, genau wie gestern, so viel haben wir kaum je gesegelt. Wir segeln jetzt unter 1 fach gereffter Genua um 6 KN.

Aufgrund Eurer letzten mail habe ich mir die weitere Windentwicklung anhand des neuesten Wetterberichts noch mal kritisch durchgesehen. Und siehe da, mit meinem ursprünglichen Plan, hinter der Front in der Westwindzone zu laufen, da wäre ich nicht weit gekommen. Ausserdem hat sich das Schlechtwettergebiet mit Gewittern und starken Böen noch vergrössert, da wäre ich schön rein gefahren

 27. Mai

Die Wetter- bzw Windentwicklung bleibt spannend.

Wir können nicht mit der Front mithalten, zumal wir gestern wieder in eine grosse Wirbelzone mit konfuser See und Gegenstrom eingefahren sind. Wir haben daraufhin erneut Kurs auf NE geändert und sind nun aus dem Schlamassel raus, laufen wieder um 6 KN raumschots um bei etwa 38,5 Grd hoffentlich auf den Arm des Golfstromes zu stossen.

 28. Mai

Letzte Nacht haben wir einen 4 Stunden Schlaf ausprobiert, was bedeutet, in der Dunkelphase ist jeder nur ein Mal dran. Dafür ist die Restmüdigkeit am Morgen grösser. Den Optimalrythmus haben wir noch immer nicht raus.

Winde um bzw oft deutlich über 20 KN hatten wir bisher auf der gesamten Reise. Jetzt, nach Durchzug der Front, ist der Wind leicht aus N. Für uns zu wenig. Wir lassen also nach heftigem Regen gestern Abend die Maschine mitlaufen. Das wird noch bis Freitag im Prinzip so bleiben. Dann kommt anscheinend wieder kräftiger SW auf. Macht nichts, leichtern wir ein wenig Dieselöl. Nur unseren stolzen Schnitt der ersten 4 Tage, den können wir vorläufig knicken.

.Bei uns kommt nun langsam die Sonne wieder raus, sodass wir endlich wieder auf frisch gewaschenem Deck sitzen können. An Aussenbordskameraden hat Sybille nur einmal einen Delphin gesehen, ansonsten hin und wieder eine Spanische Galeere.

Aus Furcht vor einer Walkollision lassen wir das Echolot ständig laufen, hoffentlich hören das die Tierchen auch.

  29. Mai

Entgegen meinen gestrigen Befürchtungen hatten wir einen prima Segeltag. Gegen Mittag drehte der Wind weiter nach NNW, um 12 KN, eigentlich für BRIGO viel zu wenig. Doch bei Halbem Wind können wir Genua und Fock gleichzeitig zum Gross setzen und bringen damit ca. 140 qm an den Wind. Das reichte für 5 - 6 KN. Später frische es weiter auf und drehte nach N, Genua geborgen, zum Abend weiter zunehmend auf knapp 20 KN, 1 Reff im Gross. Damit kamen wir auf durchschnittlich 6,5 KN + etwas Schiebestrom. Insgesamt also ein guter Tag.

Gesichtet haben wir in den letzten 24 Std. absolut nichts.

Heute gegen Abend werden wir Bergfest feiern können. Dann gibt der Käptn das berühmte Kommando:

-   BesanSchot an ! -

Einen Fingerhut voller Rum werden wir uns genehmigen, keinen Pint, wie die alten Fahrensleute.

Von W kommt die nächste Störung angerauscht, sollte uns ab Samstag wieder flotte, rechtdrehende Winde bescheren..

Wir haben täglich mit unseren Freunden von ONE WITH THE WIND Kurzwellen Funkkontakt. Sie mühen sich mit widrigen Winden und Motorproblemen die US Küste nach Philadelphia hoch

 

 

Ja, wir sind ohne Stürme über den Atlantik gekommen, viele schwachwindige Strecken.

 

Insgesamt wohl eine "normale" Überfahrt, wie sie in den Segelanweisungen beschrieben wird. Wir haben ca 400 Liter Diesel verfeuert. Tagelang in einer Flaute rumdümpeln, dazu hatten wir dann doch keine Lust. 

Zum Ausgleich kommt die nächsten Tage ein strammer W-Wind mit 30 KN, Böen über 40 KN. Da ist nur fliegen schöner.

 

Wir liegen jedenfalls gut und sicher in der kleinen Marina von Lajes das Flores und sehen der Angelegenheit gelassen entgegegn.

 

Flores ist eine kleine, stille, ungemein grüne Insel. Ein toller Kontrast zu dem dunklen Vulkangestein. Die Häuser sind malerisch, weiss gemalt, Hortensien en masse, bunte Blumen überall. In den Gärten stehen Kartoffelpflanzen oder Bohnen in Reih und Glied, auch Petersilie und Schnittlauch sind stark vertreten. 

Die portugiesische Sprache hat mit dem Spanischen so gar nichts gemein, klingt eher wie polnisch rückwärts. 

Die Insel liegtzumeist unter Wolken, 18-20 Grad ! Das ist für die Jahreszeit normal, verrät der Hafenmeister. 

Nach ausgiebigem Ausschlafen lassen wir.s nun langsam angehen. Die to-do-Liste wartet geduldig. U.a. steht auch ein "Gemälde" auf der Hafenmauer an. Als Erinnerung, zur Zeichen einer Wiederkehr, als Glücksbringer.

Donnerstag 6.6.13

Wir sind gut und heil auf Flores - Azoren angekommen.

01.30 Uhr

1.734 Meilen seit Bermuda

13 Tage

 

Fortsetzung unter JULI 2

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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