Brigo
Brigo

Eine Woche haben wir auf Flores verbracht.

Der Wettergott hat uns mit vielen Wolken, häufigem Regen und ordentlich Wind beglückt. Das gemässigte, feuchte Klima bewirkt ein üppiges Pflanzenwachstum und dankt mit überall kräftig blühenden Blumen.

Mittels Mietwagen erkunden wir die vulkanisch-gebirgige Insel. Von den berühmten Vulkankratern und den Calderaseen können wir in den Wolken absolut nichts erkennen.

An den Küsten haben wir schönen Sonnenschein. Die grünen Hügel, die heckengesäumten Weiden, Hortensienalleen, üppige Lebensbaumwälder und die atemberaubenden Küstenformationen sind Balsam für Auge und Seele.

 

Wir entdecken ein kleines Restaurant, von deutschen Auswanderern aus Meissen betrieben. Sie erzeugen in ihrer kleinen Biolandwirtschaft fast alle Menuezutaten selbst. Wir erfahren von glücklichen Zuständen für Kinder auf der Insel, die später jedoch fast alle Flores verlassen. Es gibt keine Jobs und keine Perspektiven. Studien zufolge erwartet man in 10-20 Jahren einen Bevölkerungsrückgang von derzeit ca. 3.700 auf gut 1.000 Einwohner. Es gibt aber auch eine kleine Gegenbewegung aus der alternativen Szene.

 

Am Freitag, 14.6. machen wir die Leinen los, segeln in rekordverdächtigen 21,5 Stunden 130 Meilen zur Insel Faial und legen in den frühen Morgenstunden in Horta, dem Seglermekka an. Eigenen Angaben zufolge die 4. meist besuchte Marina der Welt.

Ein Nadelöhr für alle Atlantiküberquerer.

Horta, Faial

 

 

An der Hafenmole erwarten uns bereits Erika und Reini. Wie nett, gleich bekannte Gesichter zu sehen!

Horta ist der viertmeist-besuchte Seglerhafen der Welt. Hier atmet man wirklich den Duft der grossen,weiten Welt. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Fast alle Segler, die den Atlantik von West nach Ost überqueren machen Station. Zu Hochzeiten liegen die Schiffe sogar zu Viert im Päckchen.

Im weltberühmten Cafe Sport trifft sich die Seglerwelt zum Feierabendbier und manch nettem Plausch, am Wochenende zur Live-Musik. Alle sind super drauf!

Heti besucht uns für 8 Tage in Horta. Wir geniessen die Zeit in vollen Zügen.

Die gemeinsame Whalewatching Tour sowie das Schnorcheln mit Delfinen sind unvergessliche Erlebnisse.

Nach Anfänglichem: hier gibt’s ja gar keine Gleichaltrigen für mich ! macht sie schnell die Nacht zum Tage und lernt jede Menge Gleichgesinnte aus aller Herren Länder kennen. Leider vergeht die Zeit wie im Flug und unsere Gourmet-Beauftragte verlässt uns wieder.

Mit Hilfe eines Leihwagens erkunden wir die Insel. Wir umlaufen den gewaltigen Vulkankrater Caldeira (2 km Durchmesser), freuen uns auch hier an der üppigen Vegetation.

Horta ist wie Flores herrlich grün, ein Augenschmaus auch hier die endlosen Hortensienhecken an Strassen sowie als Weidezaun für die glücklichsten Kühe der Welt.

Das Klima ist überaus angenehm, nie zu heiss ,auch gern mal bewölkt.

Capelinhos ist einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen. Hier kann man Folgen der vulkanischen Eruption von 1957/58 sehen. 2,5 qkm Neuland sind entstanden. Der Bereich ist ein Naturschutzgebiet von hohem geologischem und biologischen Interesse. Der Vulkan war ein Meilenstein der internationalen Vulkanologie, da er von seinem Entstehen bis zu seinem Erlöschen beobachtet und dokumentiert wurde. Er begann und beendete seine Tätigkeit unter Wasser. Das dazugehörige Museum ist unbedingt einen Besuch wert.

In Horta befindet sich in der ehemaligen Wal-Verarbeitungsfabrik ein Museum. Es demonstriert mit Hilfe der Originalausstattung anschaulich die Verarbeitung der Tiere. Ein Film informiert deutlich über Walfang. Danach haben wir einen Rum bitter nötig!

Die Krönung ist unsere Wanderung auf den Pico, Portugals höchsten Gipfel. Ein Taxi bringt uns zur Rangerstation auf 1200m. Dort erfolgen Registrierung sowie Sicherheitseinweisung, Und ab dafür……

Trotzdem wir so gar nicht im Training sind, erreichen wir den Gipfel (2351m) in der veranschlagten Zeit von 3 Stunden. Ein grandioser Blick und unbeschreibliche Gesteinsformationen des erkalteten Lavaflusses sind unserer Mühe Lohn.

Der Abstieg ist um Vieles beschwerlicher. Trotzdem benötigen wir nur 3 Stunden und 10 Minuten. Mit einer Blase, Abschürfungen und lahmen Beinen melden wir uns nach insgesamt 7 Stunden wieder auf der Station zurück und werden stolze Besitzer einer Gipfelstürmerurkunde.

In der kommenden Woche segeln wir zur nächsten Insel, Sao Jorge, dann weiter nach Terceira um von dort bei günstigem Wetter nach England aufzubrechen.

 

 

Whalewatching vor Pico

 

Kurz entschlossen buchen wir bei Pedro eine dritte Wal- und Delfintour.

Und wir haben auf diesem Ausflug besonderes Jagdglück. Einige der schönsten Fotos haben wir hier eingestellt.

 

Nach der mittäglichen Rückkehr werfen wir Brigos Leinen los und fahren bei schönem, ruhigem Wetter 24 Meilen zur Nachbarinsel Sao Jorge.

17 Tage verbrachten wir in der Marina Horta und schauen mit einer Träne im Knopfloch zurück auf die schöne Zeit dort, die Erkundungstouren auf Faial und Pico und die Bekanntschaften, die wir schlossen.

 

Die Azoren sind wirklich eine Reise wert!

 

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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