Brigo
Brigo

Terceira

 

Die Insel entpuppt sich als absolute Wohlfühlinsel.

Brigo liegt in der freundlichen Marina von Angra do Heroismo. Die Stadt selbst wurde von der UNESCO in die Weltkulturerbeliste aufgenommen. Kein Wunder: gut erhaltene, imposante Kirchen, kopfsteingepflasterte, schmale Strassen, gesäumt von liebevoll gepflegten Häusern bestimmen das Erscheinungsbild, obwohl 1980 ein Erdbeben und anschliessende Brände schwere Schäden anrichteten.

Strassencafes und Restaurants tragen zur Gemütlichkeit bei. Erwähnenswert auch der historische Botanische Garten mitten in der Stadt. Strassennamen und andere Beschriftungen finden wir traditionell auf Fliesen geschrieben.

Obwohl wir schon seit 3 Wochen hier sind, haben wir noch lange nicht alle Gässchen erkundet, unseren Cafe oder den Vinho Verde noch lange nicht bei jedem Kiosk unter schattenspendenden Bäumen getrunken. Abgesehen von der gastronomischen Vielfalt gibt es auch nette Geschäfte zu erkunden, selbst MANGO ist für die Bordfrau vor Ort. Ich geniesse meine Stadtbummel ausserordentlich.

Grund für unseren überlangen Aufenthalt in Angra ist eine defekte Lichtmaschine. Vor einer gefühlten Ewigkeit ( 3 Wochen ) haben wir in Deutschland eine neue bestellt. Benötigte sie bis Lissabon 3 Tage, gings dann nicht mehr weiter. Nach über einer Woche Verschnaufpause landete sie auf dem Versorgungsschiff; Ankunft ??? DHL sei Dank.

Also haben wir uns angewöhnt, jeden Morgen mit einem erfrischenden Bade vom nahen Strand aus zu beginnen, anschliessend im Strassencafe einen Espresso mit einem kleinen Dolce.

Spaziergänge durch Lilienfelder nach „Brasilien“ ( Monte Brasil, der Hausvulkan von Angra ) belohnen uns mit weiten Blicken zu den Nachbarinseln Sao Jorge und Pico und natürlich auf Angra.

Mit dem Auto sind wir in wenigen Minuten raus aus der quirligen kleinen Stadt. Ganz allein mit unzähligen glücklichen Kuhherden und mächtigen schwarzen Stieren. Letztere warten auf ihren grossen Einsatz bei den beliebten, unblutigen Strassencorridas. Hierbei haben die Stiere wohl den grösseren Spassanteil. Im Gegensatz zum ehrenvollen Tod in der Arena. Hortensiengesäumte Wege schlängeln sich durch die Weiden, um allgegenwärtige begrünte Vulkane und Krater. Die Landschaft ist eine Wohltat für Auge und Seele. Hier gibt es weder Stress noch Hektik. Autofahrer zockeln geduldig hinter Kuhherden her, die mit prallen Eutern auf eine andere Weide umziehen.

Alle Gemeinden auf der Insel besitzen ausser monströsen Kirchen noch einige „Imperio do Espirito Santo“ – Heilig-Geist-Kapelle – farbenfroh bemalt und volkstümlich bebildert. Strassencafes und Langneses Magnum-Eis verfeinern unsere Rundreisen.

Die Azoren sind ein vulkanisches Pulverfass. 3 tektonische Platten stossen hier zusammen und produzierten letztlich die 9 Inseln. Die Küsten sind durch die grossen schwarzen Lavaströme zerklüftet und unwirtlich. Mit Geschick und Phantasie bauen die Azories Naturschwimmbäder in die lavasteinige Küstenlandschaft und laden zum Bade im 20 Grad warmen Atlantikwasser.

In den Vulkanen sind gewaltige Höhlen entstanden. Wir besichtigen zwei davon. Die „Grotta do Carvas“ reicht 100 Meter tief in den Vulkankegel. Verschiedenste Mineralien marmorieren Wände und Decken, Tropfsteine verzieren Decken, ein See sammelt das permanent tropfende Wasser.

Die Azoren sind noch eine richtig friedliche, heile Welt, wie wir sie auf unserer gesamten Reise kein zweites Mal angetroffen haben.

Es gibt keine Sprayer oder Schmierereien an den Wänden. Tische, Stühle sowie Sonnenschirme stehen auch des Nachts gefahrlos draussen.

Die Azoris sind stolz auf ihre Heimat.

Überfahrt nach England und Südküste.

 

 Der Abschied von Angra und damit von den Azoren fällt uns nach der langen Zeit schwer. Wir fühlten uns dort inzwischen richtig heimisch. Der anfangs schwache Wind erleichtert uns die Gewöhnung ans Segeln nach der langen Ruhe. Dass er jedoch 3 volle Tage unter dem Azorenhoch hindurchmotoren müssen, dass war nicht unser Plan. Wir verbrauchen reichlich Diesel, ein Glück, dass Brigos Tank gross genug und gut gefüllt ist! Ein highlight unterwegs ist ein Minkwal ganz nah an Brigo. Uns gelingen schöne Fotos, wir können unser Glück kaum fassen. Ein lang gehegter Traum hat sich erfüllt. Viele Delfine begleiten uns immer wieder ein Stück unseres Weges. Mit ihrer schnellen und wendigen Art sowie den tollkühnen Sprüngen machen sie uns unglaublich viel Freude und wecken unsere hin und wieder müden Lebensgeister. An den beiden letzten Tagen meint es Rasmus doch noch richtig gut. Er schickt uns bis zu 35 Knoten Wind, eine rasende Fahrt! Nach 9 Tagen und 6 Stunden erreichen wir Lizard Point, den Eingang zum Englischen Kanal. Zu unserer grossen Freude kommen wir dort zeitgleich mit Rene an, der aus Irland kommt. Das Pilcherland Cornwall empfängt uns mit Blicken auf eine wechslungsreiche Küste: imposante Festungen, traumhafte Anwesen, eingebettet in die hügelige, grüne Landschaft. 3 Stunden später fällt unser Anker in der riesigen Bucht von Falmouth. Eine durchschlafene Nacht hat unsere Lebensgeister wieder geweckt. Am Morgen beim Frühstück umschwirren uns zahlreiche traditionelle Segel- und Motorbote, kommentiert mit vielen Ahs und Ohs. Falmouth ist eine lebendige, einladende Stadt. Es gibt alles, was das Herz begehrt und noch viel mehr. Erstaunlich das recht gute Essen die besten Croissantes, die wir je ausserhalb Frankreichs gegessen haben. Weiter gehts zur Isle of Wight nach Cowes. Unterwegs werden wir von lautem Platschen an Deck gelockt: 2 Orcas tollen mit grossen Sprüngen um Brigos Bug und geben uns eine Exclusivvorstellung. Cowes ist DAS Seglermekka. Dementsprechend haben fastalle Dekorationen in Restaurants, Kneipen, Cafes und Läden etwas mit Segeln zu tun. Bootszubehörgeschäfte für jeden Geschmack sind fast zahlreicher als die üblichen Modegeschäfte. Der Solent, das eigentlich schwierige Gewässer zwischen Insel und Festland, ist weiss von Segeln von Jolle bis gigantischem Regattaracer. Da lacht das Seglerherz :-))) von einem Ohr zum anderen!

Am Sonnabend werden wir über Dover nach Belgien und Holland weitersegeln.

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

Besucheranzahl 

der BRIGO-Seiten :

letzter Standort:

Vilamoura

Portugal

 

 

Loggestand:

 

1.798  Meilen

Druckversion Druckversion | Sitemap
© PC Service Wesche