Brigo
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Dies ist ein Jubiläum:

Der 50. Textbeitrag in unserer homepage

 

 

Turks and Caicos Islands, TCI

 

Wir kommen gut und sicher an der Caicos Bank an. Die Inseln des Archipels bilden einen sehr weiten Halbkreis. Der flache Innenteil heisst Caicos Bank. Von über 1000 Meter Wassertiefe steigt der Grund fast senkrecht auf 5 Meter an.

Zum Sonnenaufgang ankern wir am äusseren Rand der Bank hinter einem Korallenriff auf 2 Meter Tiefe im klaren, türkisen Wasser. Einen Tag erholen wir uns von den „Strapazen“ der Überfahrt. Wieder einmal hatten wir Glück und das richtige Wetterfenster für unsere 250 Seemeilen gegen die vorherrschende Windrichtung erwischt. Zwar fast alles unter Motor gefahren, doch das ist besser, als gegen starke Winde und hohe Wellen anzukreuzen.

Am nächsten Morgen fahren wir die letzten 2 Stunden bis zur Hauptinsel Providenciales, kurz Provo genannt.

Beim Einklarieren trifft uns der Kapitalismusschock: 300 US$ für 1 Monat „Eintritt“ oder 100 US$ für 1 Woche. Höhere Cruisinggebühren hatten wir ja schon, aber für 4 Wochen 300 Dollar? Wir nehmen die billige Variante.

Von der SouthSideMarina aus erkunden wir Provo. Bob, der passionierte Marinaboss fährt uns zum Supermarkt, zur Gasfüllstation und zum Autovermieter. Sein Werbespruch „the most sailor- friendly- marina“ ist kein leeres Versprechen. Leider ist die seeseitige Zufahrt zur Marina flach und für Segelboote nur bei Hochwasser passierbar. So ist die kleine Marina recht leer.

Provo besteht aus Korallengestein, also Kalk. Da wächst nicht viel. Niederes, struppiges Strauchwerk bedeckt notdürftig das weisse Gestein, es wirkt nicht sehr einladend. Palmen werden importiert. Versöhnlich zeigt sich die Insel an der Nordküste, Grace Bay. An endlos weissem, feinem Korallensand reihen sich landwärts ansehnliche, vielsternige Resorts, wasserseitig das türkise Meer mit einer langen, schützenden Riffkette seewärts. Hier lässt sichs aushalten!

Weiter im Osten entdecken wir die noblen Villen, fast alle an gebaggerten Wasserstrassen oder am Meer gelegen.

Auf Empfehlung von Sylvia und Thomas ( seinerzeit auf Kuba) entdecken wir eine französische Bäckerei!! So ein Genuss!! Daneben endlich ein vernünftiger Frisör mit schweizer Frisörin. Runter mit der Wolle, eine segelfreundliche Frisur muss her. Kostet für 2 Personen nur 110 US.

TCI ist mit Abstand die teuerste Gegend, die wir besuchten. Die Supermarktpreise dürften gut doppelt so hoch sein, wie in Deutschland.

Osterzubehör wie Schokoladeneier oder gar Osterhasen sind rar. Ein kleiner Cadbury-Hase für 9 US.

Bob, der Marinamann, lädt immer donnerstags zum Barbecue. Jeder bringt sein Grillgut selbst mit und stellt eine Salatkleinigtkeit für Alle auf den Tisch. Getränke werden an der schicken, neu erbauten Bar der Marina ausgegeben . Wir lernen einige „einheimische“ Menschen kennen. Alles Zugezogene oder Hängengebliebene, sozusagen aus der ganzen Welt. Ein deutscher Tauchlehrer berichtet, sie könnten die Anfragen nicht bewältigen.

Ostermontag wollen wir weiter zu den Bahamas.

Ein neues Wetterfenster mit günstigen Winden winkt uns zu. Leider müssen wir auf die Zollabfertigung über 4 Stunden warten. Das Ausreisedokument ist eines der wichtigsten Papiere für den Segler. Ohne dieses Papier keine Einklarierung im nächsten Hafen!

Bei starkem Wind segeln wir am Nachmittag entlang der Wasserstrassen durch die flache Caicosbank hinaus ins tiefe blaue Meer, dem Sonnenuntergang entgegen.

Leider sehen wir wieder einmal keine Wale. Dabei sind die Gewässer beliebt, besonders bei Buckelwalen, die hier ihren Nachwuchs zur Welt bringen. In speziellen, geschützten Gebieten bei Turks Islands leben zeitweise hunderte dieser besonderen Tiere.

Mitten im weiten, südlichen Bahamasmeer liegt das Korallenatoll Hogsty Reef. Rundherum beträgt die Wassertiefe 2000m, innerhalb des Atolls ca. 7m. 2 rostige Schiffswracks zeugen von der Gefahrenstelle. Wir ankern inmitten des Korallenriffkreises. Leider sind die Korallen nicht hoch genug, sodass der Schwell gegen Abend auf den Ankerplatz schwappt.

Ungemütlich!

Abfahrt!

Nur gut 25 Meilen bis zu einer wunderbar geschützten Bucht an der Insel Acklins, südliche Bahamas. Wir vertrödeln einen ganzen Tag dort. Endlich mal wieder Grillenzirpen und Vogelgeschrei vom nahen Land! Zu schöne Musik!

Weiter mit unserem treuen Wind, der sich an die Wetterprognose hält, segeln wir die wirklich lange Insel Long Island hinauf.

Kurz vor dem Nordkap, Cabo Santa Maria, schmeissen wir den Motor mangels Wind an.

Unser Propeller fängt ein Stück Fischernetz ein. Der Motor stirbt ab. Das klingt eigentlich nach verstopftem Kraftstoff-filter. Fälschlicherweise ausgewechselt. Dann kommt das Stück Netz zum Vorschein. Na ja.

Leider hatte ich das Filter nicht richtig eingesetzt. Nun pumpt der Motor fleissig Dieselkraftstoff in den Motorraum bis die Lenzpumpe anspringt.

So ein stinkender Mist!!!!!!!!!!!!!!

 

In Georgetown, Exuma, unserem Zielhafen, wird den dummen Skipper die Reinigung des Motorraumes einige wohlriechende Stunden kosten und die Bordfrau wischt mehrfach den müffelnden Salonboden auf. Zum Aufsaugen der Flüssigkeitsreste eignen sich Babywinden hervorragend!

Wer keine Arbeit hat….

 

Georgetown auf Exuma, Bahamas, mit seinem fantastischen Wasser und der verworrenen Insel- und Rifflandschaft begeistert uns sofort. Trotz des grauen, verhangenen Himmels und des anschliessenden Regens. Am nächsten Morgen schwimmen wir bei strömendem Regen. Echtes Ostsee-Feeling!!!!

Wer hätte das gedacht!!!!!!!!!!!

Beides ist hier schnell wieder vergessen.

 

Georgetown und Exuma Cays

 

Town, das Wort lässt mehr von der Siedlunng erwarten, als sie hält. Es ist eine Häuseransammlung rund um den kleinen, zentralen Victoriasee. Der wiederum ist das Hauptziel der einige 100 Boote umfassenden Seglergemeinde, die in dem geschützten, 1 Meile breiten, Sund zwischen Exuma Island und Stocking Island ankert. Durch einen schmalen Verbindungskanal und unter einer Brücke hindurch gelangt man mit dem Beiboot in den Victoriasee, das Herzstück von Georgetown.

Der Supermarkt bietet einen prima Dinghyanleger und einen Wasserhahn direkt am Steg, damit die „boaters“ ihre Kanister mit Trinkwasser füllen können. Viele Segler verbringen den gesamten Winter auf den schönen, grünen Ankerplätzen der „Elizabeth Harbour“ genannten Gewässer vor Georgetown. Es herrscht ein wenig Kleingartenatmosphäre. Fehlt nur noch die Wahl von Vorstand und Kassenwart. Geschätzt 80% der Boote führen die USA Flagge, 18% Kanada. Den kläglichen Rest füllen u.a. wir, die einzigen Deutschen.

 

In Georgetown pulsiert das gemächliche Leben um den besagten, gut sortierten Supermarkt herum, von Eisdiele über unterschiedich geschmackvolle Andenken- und Modegeschäfte bis zum Postamt und den für uns wichtigen Behördenstellen. Das wars.

 

Auf Stocking Island lockt ein prima Badestrand die Sonnenhungrigen. Die Strandbar ist Seglertreff und mit Unmengen von signierten Flaggen aus buchstäblich aller Herren Länder sowie beschrifteten T-shirts dekoriert.

 

Eine Woche reicht für diese Ecke. Wir segeln weiter Richtung Nordwest, gen Nassau. Diese etwa 120 Seemeilen Strecke führt entlang einer Perlenkette von kleinen Inseln, den Exuma Cays. Auf der Ostseite der Inseln der tiefe blaue Atlantik mit Wind und Wellen, auf der geschützten Westseite türkises, flaches Wasser und unendlich viele schöne Ankerplätze mit Blick auf ansehnliche Resorts, gut in die Natur eingefügt, oder einfach „nur“ auf Natur pur. Der Tidenstand, der Stand von Ebbe und Flut ( gut 1 Meter hier ) wird unser wichtigstes Requisit. Viele Passagen sind nur um Hochwasser herum zu befahren.

 

Wir kommen an der Insel Little Farmers Cay an. 2,5 KM lang, 1,5 KM breit, 70 Einwohner. In einer Stunde haben wir die Insel zu Fuss umrundet. Der Weg führt auch über das Rollfeld des Inselflughafens. Auf Little Farmers ist geboren und lebt Terry, der es geschafft hat, dieses ablegene Eiland durch die Veranstaltung von Familienregatten und Festivals ( u.a.: 5 F = First Friday in February Festival on Farmers Cay ) bekannt zu machen. Terry ist 65 Jahre jung, verfügt über ein schier unglaubliches Allgemeinwissen, ist politisch auf dem Laufenden und schätzt Mrs. Merkel und Deutschland sehr.

In seinem Ocean Cabin Restaurant essen wir phantastisch Languste und Fisch für zusammen knapp 50 Euro. Da bleiben wir glatt einen weiteren Tag, um nochmals in diesen Genuss zu kommen.

 

 

letztes Update :

 

23.10.2018

 

 

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